Tongkat Ali und die legalen Alternativen im Studien-Check

Anwendung und Gegenanzeigen

Ashwagandha für Frauen

Eine eigene Frauendosierung gibt es nicht, die untersuchten Mengen sind dieselben. Anders sind drei Situationen: hormonelle Verhütung, Kinderwunsch und Schwangerschaft. In der Schwangerschaft raten Behörden ausdrücklich ab, weil der Substanz eine wehenfördernde Wirkung zugeschrieben wird. Bei Wechseljahresbeschwerden gibt es Studien, aber Ashwagandha ist kein Ersatz für Östrogen.

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Diese Seite beschreibt, was zu Ashwagandha bei Frauen untersucht wurde und welche Warnungen Behörden aussprechen. Sie ist keine Einnahmeempfehlung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Schwangerschaft, Kinderwunsch, hormoneller Verhütung oder Zyklusveränderungen gehört die Frage in ärztliche Hände, nicht in ein Forum.

Was für Frauen anders ist und was nicht

Vorweg eine Klarstellung, die viel Sucherei erspart: Eine eigene Frauendosierung gibt es nicht. Die untersuchten Mengen sind dieselben wie in allen anderen Studien auch, und kein Studienprotokoll hat nach Geschlecht unterschieden. Wer im Netz eine geschlechtsspezifische Menge findet, liest eine Erfindung des Marketings.

Anders ist etwas anderes, und das ist wichtiger. Drei Situationen betreffen nur Frauen und verändern die Bewertung grundlegend: hormonelle Verhütung, Kinderwunsch und Schwangerschaft. In der letzten dieser drei Situationen ist die Antwort eindeutig ablehnend, und zwar nicht aus Vorsicht, sondern wegen eines konkret beschriebenen Risikos.

Der Rest dieser Seite ist entlang dieser Situationen aufgebaut. Wer nur eine Frage hat, kann über die Übersicht direkt dorthin springen.

Wechseljahre: was untersucht wurde

Die Wechseljahre sind der Bereich, in dem Ashwagandha Frauen am häufigsten begegnet, und es gibt dazu tatsächlich Daten.

In einer Untersuchung von Gopal und Kollegen aus dem Jahr 2021 erhielten Frauen in den Wechseljahren über acht Wochen einen standardisierten Wurzelextrakt. Erfasst wurden Beschwerden über einen etablierten Fragebogen, der Hitzewallungen, Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen und weitere Symptome abbildet. Die Ashwagandha-Gruppe zeigte am Ende bessere Werte als die Placebogruppe.

Das Ergebnis existiert, und es soll hier nicht kleingeredet werden. Es hat allerdings die Einschränkungen, die für dieses Forschungsfeld typisch sind: kleine Teilnehmerzahl, kurze Laufzeit, und eine Erhebung über Selbsteinschätzung statt über Messwerte. Zu Wechseljahresbeschwerden über mehr als acht Wochen liegen keine belastbaren Daten vor.

Die naheliegende Deutung passt zum bekannten Wirkweg. Wenn Ashwagandha auf die Stressachse wirkt und den Cortisolspiegel senkt, dann trifft das genau jene Beschwerden, die durch Stress verstärkt werden. Schlafprobleme, innere Unruhe und Stimmungsschwankungen gehören dazu. Hitzewallungen werden ebenfalls durch Anspannung verstärkt, auch wenn ihre Ursache eine andere ist.

Diese Deutung erklärt zugleich, warum die Erfahrungen so weit auseinandergehen. Die Wechseljahre sind kein einheitlicher Zustand, sondern ein Übergang über Jahre, in dem sehr unterschiedliche Beschwerden im Vordergrund stehen können. Bei einer Frau sind es vor allem nächtliche Hitzewallungen, bei einer anderen Erschöpfung und Reizbarkeit, bei einer dritten Gelenkbeschwerden oder Zyklusunregelmäßigkeiten. Ein Mittel, das über die Stressachse wirkt, hat bei diesen Beschwerden sehr unterschiedliche Angriffspunkte.

Was in den Studien ebenfalls auffällt: Auch die Placebogruppen verbesserten sich, nur weniger deutlich. Das ist bei Beschwerden, die über Fragebögen erfasst werden, ein bekanntes Muster und kein Makel der Untersuchungen. Es bedeutet aber, dass ein Teil dessen, was Anwenderinnen berichten, auf Erwartung und auf den natürlichen Verlauf zurückgeht, und nicht auf die Substanz.

Kein Ersatz für Östrogen

Hier liegt die Verwechslung, die auf dieser Seite am wichtigsten ist, weil sie eine echte Behandlung verzögern kann.

Die Beschwerden der Wechseljahre entstehen durch das Absinken des körpereigenen Östrogens. Eine Behandlung, die an der Ursache ansetzt, führt Östrogen zu. Genau das tut Ashwagandha nach den vorliegenden Daten nicht. Es ist kein pflanzliches Östrogen, es enthält keine östrogenartig wirkenden Stoffe in relevanter Menge, und eine direkte Wirkung auf den sinkenden Östrogenspiegel ist wissenschaftlich nicht belegt.

Der Unterschied ist der zwischen Ursache und Begleiterscheinung. Was in den Studien besser wurde, waren Beschwerden, die sich über die Stressachse beeinflussen lassen. Der hormonelle Übergang selbst blieb davon unberührt.

Praktisch heißt das: Wer unter starken Wechseljahresbeschwerden leidet, hat eine ärztlich begleitete Hormontherapie als Option, deren Wirkung belegt ist und deren Risiken ebenfalls bekannt und abwägbar sind. Diese Abwägung gehört in ein Gespräch mit der Frauenärztin. Ein Nahrungsergänzungsmittel ersetzt dieses Gespräch nicht, und Monate mit ausprobierten Präparaten sind Monate ohne Behandlung.

Zur Vollständigkeit gehört, dass es pflanzliche Mittel mit tatsächlich östrogenartiger Wirkung gibt, etwa aus Soja oder Rotklee. Für diese gilt eine eigene Nutzen-Risiko-Abwägung, die hier nicht das Thema ist. Ashwagandha gehört jedenfalls nicht in diese Gruppe.

Libido und sexuelle Funktion

Zu diesem Bereich gibt es eine der wenigen Untersuchungen, die ausschließlich mit Frauen durchgeführt wurden.

Dongre und Kollegen untersuchten 2015 fünfzig Frauen mit selbst berichteten sexuellen Funktionsstörungen über acht Wochen. Erhoben wurde ein etablierter Fragebogen zur weiblichen Sexualfunktion, der Bereiche wie Verlangen, Erregung, Befeuchtung und Zufriedenheit abbildet. Die Ashwagandha-Gruppe schnitt am Ende besser ab als die Placebogruppe.

Die Einschränkungen sind dieselben wie überall in diesem Feld: fünfzig Teilnehmerinnen sind wenig, acht Wochen sind kurz, und die Erhebung beruht auf Selbstauskunft. Hinzu kommt, dass die Untersuchung mit einem Markenextrakt durchgeführt wurde, dessen Hersteller ein Interesse am Ergebnis hatte.

Auch hier führt die Erklärung über den Stressabbau und nicht über eine direkte hormonelle Wirkung. Nachlassendes Verlangen unter dauerhafter Belastung ist ein häufiges Muster, und wenn die Belastung sinkt, kann sich das ändern. Was daraus nicht folgt: dass Ashwagandha eine Behandlung für sexuelle Funktionsstörungen wäre. Diese haben oft körperliche, seelische oder partnerschaftliche Ursachen, die eigene Wege der Abklärung verdienen.

Pille und hormonelle Verhütung

Diese Frage wird häufig gestellt und selten sauber beantwortet. Die ehrliche Antwort besteht aus zwei Teilen, die beide wichtig sind.

Erstens: Es gibt keine Untersuchung, die zeigt, dass Ashwagandha die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel beeinträchtigt. Ein belegter Wirkungsverlust der Pille ist nicht dokumentiert. Wer das im Netz als Tatsache liest, liest mehr, als die Daten hergeben.

Zweitens: Es gibt auch keine Untersuchung, die das Gegenteil belegt. Zur Kombination von Ashwagandha und hormoneller Verhütung liegen schlicht keine klinischen Studien vor. Das theoretische Risiko besteht darin, dass Ashwagandha nach den vorliegenden Beschreibungen auf das endokrine System einwirkt, also auf jenes System, in das auch hormonelle Verhütungsmittel eingreifen. Aus dieser Überschneidung folgt kein nachgewiesenes Problem, aber auch keine Entwarnung.

Wer sich für eine Einnahme entscheidet, sollte das mit der Frauenärztin besprechen, insbesondere bei einem Präparat mit niedriger Hormondosis. Der häufig empfohlene zeitliche Abstand von mehreren Stunden zwischen Pille und Präparat ist eine Vorsichtsmaßnahme ohne Studienbeleg und ersetzt keine Beratung.

Es gibt allerdings einen Umstand, der bei dieser Frage häufiger übersehen wird als die Pille selbst. Magen-Darm-Beschwerden gehören zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen von Ashwagandha, und die Verbraucherzentrale wie das Bundesinstitut für Risikobewertung führen Erbrechen und Durchfall in ihren Aufstellungen. Beides kann die Aufnahme der Pille tatsächlich beeinträchtigen, und zwar unabhängig von jeder hormonellen Wechselwirkung. Wer innerhalb weniger Stunden nach der Einnahme erbricht oder starken Durchfall hat, sollte die Hinweise im Beipackzettel der Pille beachten.

Dieser Punkt ist deshalb bemerkenswert, weil er den einzigen konkret nachvollziehbaren Weg beschreibt, auf dem die Verhütungssicherheit betroffen sein könnte. Er hat nichts mit dem Hormonsystem zu tun, sondern schlicht damit, dass eine Tablette den Körper wieder verlässt, bevor sie aufgenommen wurde.

Wenn die Periode ausbleibt

Diese Sorge taucht in Foren regelmäßig auf und wird in Ratgebertexten fast nie behandelt.

Zunächst das Wichtigste: Bleibt die Periode aus und besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft, gehört ein Schwangerschaftstest an den Anfang, nicht ans Ende der Überlegungen. Sollte eine Schwangerschaft bestehen, ist die Einnahme sofort zu beenden und ärztlich zu besprechen, aus Gründen, die im nächsten Abschnitt stehen.

Davon abgesehen gibt es keine kontrollierten Daten dazu, ob Ashwagandha den Zyklus verändert. Die Berichte existieren, aber niemand kennt ihre Häufigkeit, und ein zeitlicher Zusammenhang ist kein ursächlicher.

Zwei mögliche Erklärungen sind bekannt genug, um sie zu nennen. Die eine führt über die Schilddrüse: Ashwagandha kann die Schilddrüsenwerte beeinflussen, und Schilddrüsenstörungen sind eine bekannte Ursache für Zyklusveränderungen. Die andere führt über die Stressachse, die ebenfalls mit dem Zyklus verbunden ist. Beides sind Erklärungsmodelle, keine Nachweise.

Das sinnvolle Vorgehen ist in jedem Fall dasselbe: die Einnahme beenden und ärztlich abklären lassen. Ein ausbleibender Zyklus ist ein Befund, der eine Ursache hat, und die Suche nach dieser Ursache sollte nicht bei einem Präparat aufhören. Was zur Schilddrüse bekannt ist, steht unter Ashwagandha und Schilddrüse.

Kinderwunsch: die Zwiespältigkeit

Hier liegt der widersprüchlichste Punkt der ganzen Seite, und er verdient eine klare Auflösung.

Im Zusammenhang mit Fruchtbarkeit wird Ashwagandha häufig beworben. Die Studien, auf die sich das stützt, wurden allerdings überwiegend an Männern durchgeführt und betrafen Spermienparameter. Für die weibliche Fruchtbarkeit liegen keine vergleichbaren kontrollierten Daten vor.

Der entscheidende Punkt ist ein zeitlicher. Bei Kinderwunsch besteht in jedem Zyklus die Möglichkeit, dass eine Schwangerschaft eintritt, und zwar Wochen bevor sie bemerkt wird. Genau in diese früheste Phase fällt nach den vorliegenden Warnungen das größte Risiko. Eine Substanz, die in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden soll, bei Kinderwunsch einzunehmen, bedeutet, sie möglicherweise genau dann einzunehmen, wenn sie am wenigsten hingehört.

Daraus folgt eine unbequeme, aber klare Empfehlung: Bei bestehendem Kinderwunsch gehört diese Frage vor die Einnahme, nicht danach, und sie gehört in ein ärztliches Gespräch. Wer ohnehin eine Kinderwunschbehandlung durchläuft, sollte jedes Präparat dort ansprechen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Dieser Abschnitt ist der einzige auf der ganzen Website, in dem es keine Abwägung gibt, sondern eine klare Ablehnung.

Schwangere sollten kein Ashwagandha einnehmen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt Schwangerschaft ausdrücklich als Gegenanzeige, ebenso die Verbraucherzentrale und Stiftung Warentest. Der Grund ist konkret: Der Substanz wird eine wehenfördernde Wirkung zugeschrieben, weshalb ein erhöhtes Risiko für Fehl- oder Frühgeburten diskutiert wird. In der traditionellen Anwendung wurde die Wurzel unter anderem genau zu diesem Zweck eingesetzt.

Für die Stillzeit gilt dasselbe Abraten, hier allerdings aus einem anderen Grund: Es ist nicht untersucht, ob und in welchem Umfang die Inhaltsstoffe in die Muttermilch übergehen. Wo Daten fehlen und ein Säugling betroffen ist, ist Zurückhaltung die einzige vertretbare Haltung.

Auch für Kinder und Jugendliche wird ausdrücklich abgeraten. Untersucht wurde Ashwagandha praktisch ausschließlich an Erwachsenen.

Wer in der Schwangerschaft bereits eingenommen hat, sollte die Einnahme beenden und es beim nächsten Termin ansprechen. Panik ist dabei nicht angebracht, eine ärztliche Einschätzung dagegen schon. Die vollständige Liste der Gruppen, denen abgeraten wird, steht unter Nebenwirkungen und Gegenanzeigen.

Ein Punkt zur Einordnung, weil er das Ausmaß der Warnung verständlicher macht. Bei Nahrungsergänzungsmitteln ist ein Hinweis, dass Schwangere vor der Einnahme ärztlichen Rat einholen sollten, weit verbreitet und oft reine Absicherung. Bei Ashwagandha ist die Lage anders: Hier wird nicht zur Rücksprache geraten, sondern abgeraten, und zwar von mehreren unabhängigen Stellen mit derselben Begründung. Diese Übereinstimmung ist ungewöhnlich und sollte entsprechend gelesen werden.

Erschwerend kommt hinzu, dass Präparate mit Ashwagandha häufig in Mischungen stecken, etwa in Stress- oder Schlafkomplexen mit mehreren pflanzlichen Zutaten. Wer in der Schwangerschaft ein solches Kombinationspräparat einnimmt, hat den Bestandteil unter Umständen gar nicht bewusst gewählt. Ein Blick auf die vollständige Zutatenliste, auch unter dem botanischen Namen Withania somnifera, ist deshalb bei jedem Präparat sinnvoll.

Ashwagandha neben Shatavari

Wer im ayurvedischen Bereich nach Mitteln für Frauen sucht, stößt regelmäßig auf Shatavari, oft als die weibliche Entsprechung dargestellt. Deshalb eine nüchterne Gegenüberstellung.

MerkmalAshwagandhaShatavari
PflanzeWithania somnifera, NachtschattengewächsAsparagus racemosus, Spargelgewächs
Traditioneller EinsatzStress, Erschöpfung, NervenFrauenbeschwerden, Zyklus, Stillzeit
Untersuchte RichtungCortisol, Schlaf, Stressempfindenüberwiegend traditionelle Anwendung
Kontrollierte Studienmehrere kleine, teils herstellerfinanziertdeutlich weniger als bei Ashwagandha
Behördliche WarnungBfR, Verbraucherzentrale, Stiftung Warentestkeine vergleichbare Warnlage bekannt
Schwangerschaftausdrücklich abgeratenebenfalls ärztlich abzuklären

Die Zeile zu den kontrollierten Studien verdient eine Bemerkung. Dass zu Shatavari weniger Warnungen vorliegen, bedeutet nicht, dass es besser untersucht wäre. Es bedeutet in erster Linie, dass es weniger verbreitet ist und deshalb weniger Anlass zu Meldungen gegeben hat. Eine dünne Datenlage ist kein Sicherheitsnachweis.

Zur häufig gestellten Frage nach der Kombination beider Pflanzen: Untersucht ist sie nicht. Wer beides gleichzeitig beginnt, kann später ohnehin nicht zuordnen, was gewirkt hat.

Der allgemeine Studienstand zu Ashwagandha steht im Ashwagandha-Überblick, die Frage nach Zeitpunkt und Menge beim Schlaf unter Ashwagandha zum Schlafen, und was die Pflanze botanisch ist unter Schlafbeere. Was zu Testosteron untersucht wurde, das auch im weiblichen Körper vorkommt, steht unter Ashwagandha und Testosteron. Warum die Testsieger-Listen bei der Produktsuche in die Irre führen, steht unter Ashwagandha Tests und Testsieger im Faktencheck. Wie es sich bei Tongkat Ali verhält, das in der EU gar nicht als Lebensmittel verkauft werden darf, steht dort.

Gibt es eine eigene Ashwagandha-Dosierung für Frauen?

Nein. Kein Studienprotokoll hat nach Geschlecht unterschieden, und die untersuchten Mengen waren dieselben wie in allen anderen Arbeiten. Geschlechtsspezifische Mengenangaben im Netz stammen aus Produkttexten, nicht aus der Forschung.

Darf man Ashwagandha in der Schwangerschaft einnehmen?

Nein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung, die Verbraucherzentrale und Stiftung Warentest raten ausdrücklich ab. Der Substanz wird eine wehenfördernde Wirkung zugeschrieben, weshalb ein erhöhtes Risiko für Fehl- oder Frühgeburten diskutiert wird. Für die Stillzeit gilt dasselbe Abraten, weil nicht untersucht ist, ob die Inhaltsstoffe in die Muttermilch übergehen.

Beeinflusst Ashwagandha die Wirkung der Pille?

Ein Wirkungsverlust ist nicht belegt, aber die Kombination ist auch nicht untersucht. Das theoretische Risiko ergibt sich daraus, dass beide auf das endokrine System einwirken. Aus dieser Überschneidung folgt weder ein nachgewiesenes Problem noch eine Entwarnung. Bei niedrig dosierten Präparaten gehört die Frage zur Frauenärztin.

Kann Ashwagandha die Periode ausbleiben lassen?

Kontrollierte Daten dazu gibt es nicht, Berichte schon. Besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft, gehört ein Test an den Anfang. Als Erklärungsmodelle werden die Schilddrüse und die Stressachse genannt, beide sind mit dem Zyklus verbunden. Ein ausbleibender Zyklus gehört ärztlich abgeklärt.

Ist Ashwagandha bei Kinderwunsch sinnvoll?

Die Fruchtbarkeitsstudien wurden überwiegend an Männern durchgeführt und betrafen Spermienparameter. Für die weibliche Fruchtbarkeit fehlen vergleichbare Daten. Hinzu kommt ein zeitliches Problem: Eine Schwangerschaft tritt Wochen vor ihrer Bemerkung ein, und genau in diese Phase fällt das beschriebene Risiko.

Shatavari oder Ashwagandha: was ist wofür untersucht?

Ashwagandha ist besser untersucht, vor allem zu Cortisol, Schlaf und Stressempfinden. Shatavari wird traditionell bei Frauenbeschwerden eingesetzt, hat aber deutlich weniger kontrollierte Studien. Dass zu Shatavari weniger Warnungen vorliegen, liegt vor allem an der geringeren Verbreitung und ist kein Sicherheitsnachweis.

  1. Gopal, S. et al. (2021). Effect of an ashwagandha (Withania somnifera) root extract on climacteric symptoms in women during perimenopause: A randomized, double-blind, placebo-controlled study. J Obstet Gynaecol Res 47(12):4414–4425. Studie ansehen
  2. Dongre, S., Langade, D., Bhattacharyya, S. (2015). Efficacy and Safety of Ashwagandha (Withania somnifera) Root Extract in Improving Sexual Function in Women: A Pilot Study. Biomed Res Int 2015:284154. Studie ansehen
  3. Bundesinstitut für Risikobewertung (2024). Ashwagandha: Schlafbeeren-Präparate mit möglichen gesundheitlichen Risiken. Mitteilung 39/2024 vom 10.09.2024. BfR-Mitteilung
  4. Stiftung Warentest (2024). Nahrungsergänzungsmittel: Warnung vor Ashwagandha. Veröffentlicht am 30.10.2024. Artikel ansehen
  5. Verbraucherzentrale (2026). Ashwagandha in Nahrungsergänzungsmitteln. Marktcheck-Bericht, 20. April 2026. Bericht ansehen
  6. Committee on Herbal Medicinal Products, European Medicines Agency (2013). Public statement on Withania somnifera (L.) Dunal, radix. EMA/HMPC/681519/2012. Stellungnahme ansehen

Über den Autor

Rainer Lang

Herausgeber von tongkatali.de · Bachelor of Business Administration

Rainer Lang ist seit über 25 Jahren aktiver Kraftsportathlet und testet ebenso lange Nahrungsergänzungsmittel am eigenen Körper. Nichts auf dieser Seite ersetzt eine ärztliche Beratung.

Für tongkatali.de liest er die Originalstudien sowie die Bewertungen von EFSA, BfR und EMA. Mehr über den Autor und die Arbeitsweise.

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