Tongkat Ali und die legalen Alternativen im Studien-Check

Sortenvergleich

Welche Maca-Sorte für welches Ziel?

Es ist dieselbe Pflanze in drei Farben, sortiert nach der Ernte: gelb rund 60 Prozent, rot etwa ein Viertel, schwarz am seltensten und deshalb am teuersten. Die Zuordnung „rot für Frauen, schwarz für Männer“ stammt aus dem Handel. Eine Studie, die die Farben am Menschen direkt vergleicht, existiert nicht.

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Woher die Farben kommen

Maca wächst nicht in drei Sorten, die jemand gezielt gezüchtet hätte. Die Knollen einer Ernte sind von Natur aus unterschiedlich gefärbt, von cremeweiß über gelb, rosa und violett bis fast schwarz. Es ist dieselbe Pflanze, Lepidium meyenii, mit einer Farbvariation, wie sie auch Kartoffeln oder Karotten zeigen.

Sortiert wird nach der Ernte, von Hand. Gelb macht mit Abstand den größten Teil aus, in der Literatur werden meist um 60 Prozent genannt. Rot folgt mit rund einem Viertel, schwarz ist am seltensten. Diese Verteilung ist der eigentliche Grund für die Preisunterschiede im Regal: Was seltener ist, kostet mehr. Nicht, weil es besser wirkt, sondern weil weniger davon vom Feld kommt.

Erst der Handel hat aus dieser Sortierung drei Produktlinien gemacht. Gelb als günstiger Allrounder, rot als Frauenprodukt, schwarz als Männerprodukt. Diese Zuordnung ist neu, sie ist größtenteils westlich, und sie stammt aus dem Marketing, nicht aus der Tradition in den Anden.

Was den Farben zugeschrieben wird, und was geprüft ist

Die folgende Tabelle stellt das übliche Verkaufsversprechen dem gegenüber, was am Menschen tatsächlich untersucht wurde.

SorteBeworben fürUntersucht am MenschenBewertung
GelbEnergie, Alltag, AllrounderDer Großteil der vorhandenen Studien nutzte gemischtes oder gelbes PulverBasis der Datenlage
RotHormonbalance, PMS, WechseljahreEinzelne kleine Studien zu Prostata und Knochendichte, kaum zu ZyklusbeschwerdenDünn
SchwarzTestosteron, Muskeln, SpermienFast ausschließlich Tierversuche, wenige kleine HumandatenNicht belegt
Alle drei im Vergleich„Welche ist die beste“Keine Studie, die die Farben am Menschen direkt gegeneinander prüftNicht belegt

Die letzte Zeile ist die wichtigste. Es gibt keine Untersuchung, die drei Gruppen bildet, jeder eine Farbe gibt und danach vergleicht. Ohne so eine Studie ist jede Aussage der Form „schwarz wirkt bei Männern besser“ eine Vermutung, egal wie sicher sie im Produkttext klingt.

Gelb: die unterstützte Standardsorte

Gelbes Maca ist das billigste und wird deshalb häufig als das schwächste wahrgenommen. Das ist ein Trugschluss. Die Studien, die es überhaupt gibt, wurden größtenteils mit gemischtem oder gelbem Pulver durchgeführt. Wenn eine Aussage zu Maca und Libido auf Daten beruht, dann meist auf Daten mit dieser Sorte.

Geschmacklich gilt gelb als am mildesten, leicht nussig bis karamellig. Wer Maca zum ersten Mal probiert und nicht weiß, ob er den erdigen Geschmack verträgt, fährt hier am günstigsten. Die Vorstellung, man müsse für Wirkung zur teuren Sorte greifen, dreht die Beleglage schlicht um.

Rot: das Frauenprodukt mit Prostatadaten

Rotes Maca wird fast durchgängig an Frauen vermarktet, mit Versprechen zu Zyklus, PMS und Wechseljahren. Die Ironie: Die bekanntesten Untersuchungen zu roter Maca betreffen die Prostata. In Tierversuchen verringerte rotes Maca eine künstlich vergrößerte Prostata, gelbes und schwarzes taten das nicht. Daraus entstand die Vorstellung, rot habe etwas mit Hormonhaushalt zu tun.

Zu Zyklusbeschwerden und Wechseljahren gibt es kleine Humanstudien, die bessere Fragebogenwerte berichten, teils mit gemischten Präparaten. Auch hier gilt das Muster der ganzen Substanz: Die Selbsteinschätzung verändert sich, die gemessenen Hormonwerte nicht. Wer die Grundlagen dazu nachlesen will, findet sie im Überblick zur Studienlage bei Maca.

Schwarz: das Männerprodukt mit den Rattendaten

Schwarzes Maca ist die teuerste Sorte und wird mit Testosteron, Muskeln und Spermien beworben. Die Datenbasis dafür besteht überwiegend aus Tierversuchen. Dort finden sich Effekte auf Spermienproduktion und Lernverhalten, teils deutlicher als bei den anderen Farben.

Am Menschen fehlen diese Belege. Die kontrollierten Studien, die Hormonwerte mitgemessen haben, fanden bei Maca keine Veränderung, und daran ändert die Farbe nichts, solange niemand das Gegenteil zeigt. Wer schwarzes Maca kauft, kauft zuverlässig die seltenere Knolle, nicht zuverlässig einen stärkeren Effekt. Die Details zu den Hormonwerten stehen bei den gemessenen Hormonwerten unter Maca.

Mischungen, Tri-Color und was drinsteckt

Viele Produkte verkaufen inzwischen alle drei Farben zusammen, oft als „Tri-Color“ oder „3-fach“. Die Verkaufslogik ist einleuchtend: Wenn niemand weiß, welche Farbe wofür gut ist, nimmt man eben alle. Inhaltlich ist das weder besser noch schlechter, es ist im Grunde das, was eine unsortierte Ernte ohnehin gewesen wäre.

Interessant wird es beim Mischungsverhältnis, und das steht praktisch nie auf der Packung. Eine Mischung kann zu 80 Prozent aus der billigen gelben Sorte bestehen und trotzdem groß mit „mit schwarzem Maca“ werben. Ohne Prozentangabe ist die Farbnennung reine Dekoration. Wenn ein Hersteller die Anteile nennt, ist das ein gutes Zeichen für seine Transparenz insgesamt, auch wenn dir die Zahl selbst wenig sagt.

Dieselbe Vorsicht gilt für Kombipräparate, in denen Maca zusammen mit L-Arginin, Zink, Tribulus oder Ginseng steckt. Dort lässt sich hinterher nicht sagen, welcher Bestandteil für eine wahrgenommene Wirkung verantwortlich war, und der prominenteste Name auf der Dose bekommt die Lorbeeren. Bei manchen dieser Zusätze ist die Datenlage übrigens schlechter als bei Maca selbst, etwa bei Tribulus im Vergleich aller Testosteron-Kandidaten.

Roh oder gelatiniert: der Unterschied, der wirklich zählt

Während die Farbdebatte viel Aufmerksamkeit bekommt, geht ein Unterschied unter, der im Alltag spürbar ist. Rohes Maca-Pulver enthält viel unaufgeschlossene Stärke. Bei gelatiniertem Maca wurde diese Stärke durch Erhitzen aufgeschlossen, das Pulver gilt als bekömmlicher und wird von Menschen mit empfindlichem Magen besser vertragen.

Der Name führt dabei regelmäßig in die Irre: Mit Gelatine hat gelatiniertes Maca nichts zu tun, es bleibt rein pflanzlich. Gemeint ist ausschließlich der Verarbeitungsschritt. Wer nach der Einnahme von rohem Pulver Blähungen bekommt, hat damit einen naheliegenden Ansatzpunkt, bevor er die Sorte wechselt oder die Substanz ganz aufgibt.

In den Anden wird Maca traditionell übrigens ohnehin nicht roh gegessen, sondern gekocht, geröstet oder als Brei zubereitet. Das rohe Pulver ist eine westliche Rohkost-Idee, keine traditionelle Anwendungsform. Wer sich auf die Tradition beruft, beruft sich damit eher auf die erhitzte Variante.

Warum „welche ist die beste“ die falsche Frage ist

Die Frage unterstellt, dass die Farbe der entscheidende Faktor ist. Nach der Beleglage ist sie das nicht. Deutlich wichtiger sind drei andere Dinge: die Menge, die tatsächlich im Produkt steckt, ob es sich um Pulver oder einen konzentrierten Extrakt handelt, und ob das Pulver roh oder gelatiniert ist.

Ein Beispiel aus dem Regal: Eine Kapsel mit 500 Milligramm schwarzem Extrakt und eine Packung mit 1,5 Gramm gelbem Pulver pro Portion unterscheiden sich in der Menge um ein Vielfaches. Die Farbe steht groß vorne, die Menge klein hinten. Wer nach dem falschen Kriterium aussucht, zahlt für Seltenheit und bekommt weniger Substanz. Was in den Studien tatsächlich gegeben wurde, steht bei der welche Mengen tatsächlich untersucht wurden.

Die zweite falsche Annahme steckt im Wort „beste“. Sie setzt voraus, dass eine Sorte für alle Ziele vorn liegt. Selbst wenn die Farbunterschiede real sind, wären sie zielabhängig, und für keines der beworbenen Ziele existiert derzeit ein Vergleich am Menschen.

Was der Preis über ein Maca-Produkt verrät

Der Preis pro Kilogramm ist bei Maca eine der wenigen Zahlen, die sich vergleichen lassen, und er fällt extrem unterschiedlich aus. Zwischen einem Kilopreis von rund 25 Euro für loses gelbes Pulver und über 400 Euro für Kapseln mit konzentriertem Extrakt liegt der Faktor sechzehn. Ein großer Teil davon erklärt sich nicht durch die Farbe, sondern durch die Darreichung: Kapseln kosten Verpackung, Abfüllung und Marge.

Nach oben hin sagt der Preis wenig aus. Ein sehr teures Produkt kann eine seltene Sorte, einen hohen Extraktgrad oder schlicht ein größeres Werbebudget widerspiegeln. Nach unten hin ist er dagegen durchaus ein Signal: Wer Maca zu einem Preis anbietet, der deutlich unter dem Marktdurchschnitt liegt, muss irgendwo sparen, und die naheliegende Stelle sind Herkunft und Reinheitsprüfung.

Sinnvoll ist deshalb die Rechnung pro Tagesportion statt pro Packung. Bei den Mengen, die in Studien verwendet wurden, ergibt sich daraus schnell ein realistisches Bild davon, was ein Versuch über acht bis zwölf Wochen wirklich kostet. Diese Zahl vor dem Kauf auszurechnen, schützt besser vor Enttäuschung als jede Farbwahl.

Was du stattdessen auf der Packung prüfst

Vier Angaben sind praktisch brauchbar, unabhängig von der Farbe. Erstens die Menge pro Tagesportion in Gramm oder Milligramm, nicht in Kapseln. Zweitens ob Pulver oder Extrakt, und bei Extrakt das Verhältnis, also etwa 10:1. Drittens ob roh oder gelatiniert, was die Verträglichkeit betrifft. Viertens die Herkunft, denn Maca aus dem ursprünglichen Anbaugebiet in den Hochanden ist der Standard, auf den sich die Studien beziehen.

Was du dagegen getrost ignorieren kannst: Farbversprechen, die Wirkung behaupten. Sie erzählen dir etwas über die Zielgruppe des Produkts und nichts über die Datenlage. Wie unterschiedlich Anwender das erleben, steht bei den dem, was Anwender tatsächlich berichten.

Wer trotzdem nach der besten Sorte sucht, sucht meist eine Kaufabkürzung. Warum es die bei Maca nicht gibt und was die Siegel auf den Packungen wert sind, steht bei den was die Siegel auf Maca-Packungen wert sind. Speziell zu rotem Maca als Frauenprodukt lohnt der Blick auf was Frauen von Maca erwarten können.

Was ist der Unterschied zwischen gelbem, rotem und schwarzem Maca?

Es ist dieselbe Pflanze mit natürlicher Farbvariation, sortiert nach der Ernte. Gelb macht rund 60 Prozent aus und ist am günstigsten, rot etwa ein Viertel, schwarz ist am seltensten und teuersten. Die Zuordnung zu Zielgruppen stammt aus dem Handel, nicht aus Vergleichsstudien.

Ist schwarzes Maca stärker als gelbes?

Am Menschen ist das nicht gezeigt. Die Vorstellung stützt sich auf Tierversuche, in denen schwarzes Maca bei Spermienproduktion und Lernverhalten auffällig war. Es existiert keine Studie, die die Farben am Menschen direkt gegeneinander geprüft hätte.

Welche Maca-Sorte ist die richtige für mich?

Nach der Beleglage ist die Farbe nicht der entscheidende Faktor. Wichtiger sind die Menge pro Tagesportion, ob Pulver oder Extrakt und ob roh oder gelatiniert. Wer eine Sorte zum Ausprobieren sucht, fährt mit gelbem Pulver am günstigsten und bleibt zugleich am nächsten an dem, was untersucht wurde.

Warum ist schwarzes Maca teurer?

Weil es der kleinste Anteil der Ernte ist. Der Preis folgt der Verfügbarkeit, nicht einer nachgewiesenen Stärke. Ein höherer Preis sagt bei Maca nichts über die Wirkung und häufig auch nichts über die enthaltene Menge aus.

  1. Gonzales, C. et al. (2005). Effect of short-term and long-term treatments with three ecotypes of Lepidium meyenii (MACA) on spermatogenesis in rats. J Ethnopharmacol 101(1-3):198–202. PubMed-Eintrag
  2. Gonzales, G. F. et al. (2005). Red maca (Lepidium meyenii) reduced prostate size in rats. Reprod Biol Endocrinol 3:5. PubMed-Eintrag
  3. Gonzales-Arimborgo, C. et al. (2016). Acceptability, safety, and efficacy of oral administration of extracts of black or red maca in adults. Pharmaceuticals 9(3):49. PubMed-Eintrag
  4. Shin, B. C. et al. (2010). Maca (L. meyenii) for improving sexual function: a systematic review. BMC Complement Altern Med 10:44. Übersichtsarbeit ansehen
  5. Wang, S., Zhu, F. (2019). Chemical composition and health effects of maca (Lepidium meyenii). Food Chem 288:422–443. Übersichtsarbeit ansehen

Über den Autor

Rainer Lang

Herausgeber von tongkatali.de · Bachelor of Business Administration

Rainer Lang ist seit über 25 Jahren aktiver Kraftsportathlet und testet ebenso lange Nahrungsergänzungsmittel am eigenen Körper. Nichts auf dieser Seite ersetzt eine ärztliche Beratung.

Für tongkatali.de liest er die Originalstudien sowie die Bewertungen von EFSA, BfR und EMA. Mehr über den Autor und die Arbeitsweise.

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