Tongkat Ali und die legalen Alternativen im Studien-Check

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Gibt es einen Maca-Testsieger?

Nein. Stiftung Warentest hat Maca-Produkte nie im Labor geprüft, es existiert also kein Testsieger. Veröffentlicht wurde 2007 nur eine Einordnung einer Risikobewertung, die die Datenlage als zu dünn bezeichnet. Wo trotzdem Testsieger steht, steht es auf einem Portal, das an jedem Verkauf mitverdient.

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Die kurze Antwort

Es gibt keinen Maca-Testsieger der Stiftung Warentest, weil es keinen Test gibt. Das Institut hat nie Maca-Produkte im Labor geprüft und verglichen. Wer trotzdem eine Seite mit „Maca Testsieger“ im Titel findet, ist auf einem Vergleichsportal gelandet, und dort bedeutet das Wort etwas völlig anderes.

Veröffentlicht hat Stiftung Warentest zu Maca etwas anderes: eine Einordnung einer Risikobewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung. Deren Kern lautet, dass die Datenbasis zu dünn ist, um Aussagen zu treffen, weder zu Schäden beim Menschen noch zur gesundheitlichen Unbedenklichkeit.

Diese Meldung stammt aus dem Jahr 2007. Sie ist damit alt, und das gehört dazugesagt. Neu getestet wurde Maca seitdem nicht, was den Stand nicht besser macht, sondern nur zeigt, dass sich an der Bewertungslage wenig geändert hat.

Was „Testsieger“ auf diesen Seiten bedeutet

Der Begriff ist nicht geschützt. Jeder darf ihn verwenden, und die Portale nutzen das aus. Wer genau hinsieht, findet auf denselben Seiten meist das Wort „Vergleichssieger“, und im Kleingedruckten steht, dass keine eigenen Tests durchgeführt wurden.

Was da stehtWas dahinterstecktAussagekraft
„Testsieger“ auf einem VergleichsportalRedaktionelle Auswahl aus Produktbeschreibungen, meist ohne LaborKeine
„Vergleichssieger 2026“Rangliste nach Shop-Daten und Bewertungen, oft provisionsgetriebenKeine
„Preis-Leistungs-Sieger“Rechnung aus Preis und Menge, kein QualitätsurteilGering
„Kundenliebling“, „Bestseller“Verkaufszahl oder SternebewertungKeine
Laboranalyse pro ChargePrüfung auf Schwermetalle, Pestizide, KeimeAussagekräftig

Nur die letzte Zeile sagt etwas über ein Produkt aus, und sie ist die einzige, die auf Vergleichsportalen praktisch nie auftaucht. Das liegt in der Natur der Sache: Eine Laboranalyse kostet Geld, eine Rangliste aus Produktbeschreibungen kostet eine Stunde Arbeit.

Wie diese Portale Geld verdienen

Vergleichsportale finanzieren sich über Provisionen. Klickt jemand auf einen Kaufknopf und bestellt, fließt ein Anteil des Kaufpreises an das Portal. Das ist legal und muss gekennzeichnet werden, aber es erklärt die Struktur dieser Seiten: Sie sind Verkaufsseiten in der Form eines Tests.

Daran erkennst du sie zuverlässig: Jedes gelistete Produkt hat einen Kaufknopf, keines schneidet richtig schlecht ab, und es gibt keine Verlierer. Ein echter Test hat Verlierer. Als Stiftung Warentest 2023 siebzehn Nahrungsergänzungsmittel für Männer prüfte, fiel die gesamte Auswahl durch, bei mehreren wurden empfohlene Höchstmengen einzelner Vitamine und Mineralstoffe überschritten.

Ein Vergleichsportal würde ein solches Ergebnis nie veröffentlichen, weil es das eigene Geschäftsmodell zerstört. Wer nichts verkauft, kann dagegen schreiben, dass ein ganzer Markt nichts taugt.

Warum es keinen Test gibt und wohl auch keinen geben wird

Ein Produkttest braucht ein Prüfkriterium. Bei Waschmaschinen ist das die saubere Wäsche, bei Nahrungsergänzungsmitteln die Wirkung. Und genau die lässt sich bei Maca nicht messen, weil die Studienlage keinen belastbaren Maßstab hergibt.

Bleiben Reinheit und Deklaration, also die Frage, ob drin ist, was draufsteht, und ob Schadstoffe drin sind. Das ließe sich prüfen und wäre nützlich. Nur ist der deutsche Maca-Markt dafür vermutlich zu klein, verglichen mit Vitaminen oder Proteinpulvern.

Es gibt also aktuell keine unabhängige Instanz, die dir sagt, welches Maca-Produkt gut ist. Diese Lücke füllen die Portale mit dem Wort Testsieger. Dieselbe Situation haben wir bei den Testsieger-Behauptungen zu Ashwagandha beschrieben, dort mit exakt demselben Muster.

Was Stiftung Warentest 2007 tatsächlich schrieb

Weil diese Meldung die einzige Warentest-Veröffentlichung zu Maca ist, lohnt der genaue Blick. Geprüft wurde nicht ein Produkt, sondern die wissenschaftliche Literatur, und zwar auf die Frage, ob es Hinweise auf Schädigungsmöglichkeiten gibt.

Das Ergebnis war in beide Richtungen offen. Klinische Untersuchungen am Menschen gab es nur wenige und mit geringen Teilnehmerzahlen. Aus Tierversuchen ergab sich ebenfalls kein eindeutiges Bild, dort wurden bei Ratten und Mäusen Effekte auf Geschlechtsorgane und Hormonhaushalt beobachtet. Belege für Schäden beim Menschen ergaben sich daraus nicht, Belege für die Unbedenklichkeit aber ebenso wenig.

Genannt wurden außerdem die Werbebegriffe, mit denen macahaltige Kapseln vermarktet werden, aus dem Umfeld von Potenz und hormoneller Balance. Der Vorwurf lautet also nicht „schädlich“, sondern dass die Versprechen weiter reichen als das Wissen. Fast zwanzig Jahre später gilt dieser Satz unverändert, wie der Gesamtüberblick aller Maca-Endpunkte im Einzelnen zeigt.

Woran du ein sorgfältiges Produkt selbst erkennst

Weil dir niemand die Arbeit abnimmt, hier die Kriterien, die tatsächlich etwas aussagen. Erstens die Tagesportion, umgerechnet in Gramm statt in Kapseln gezählt. Die Studien nutzten 1,5 bis 3 Gramm Pulver, viele Packungsempfehlungen liegen darunter, nachzurechnen bei der der Rechnung von Kapseln zu Gramm.

Zweitens Pulver oder Extrakt. Steht ein Verhältnis wie 20:1 auf der Packung, ist das Produkt weiter von dem entfernt, was untersucht wurde, nicht näher dran. Drittens die Herkunft, konkret benannt und nicht nur „aus den Anden“. Viertens Laboranalysen auf Schwermetalle, Pestizide und Keime, idealerweise chargenbezogen und auf Anfrage einsehbar.

Fünftens die Zutatenliste. Ein Produkt mit acht weiteren Zutaten lässt dich nie erfahren, ob Maca bei dir etwas bewirkt. Wer testen will, braucht ein reines Produkt.

Die Frage hinter der Frage: Welches Maca ist das beste?

Wer nach einem Testsieger sucht, sucht meist keine Laborwerte, sondern eine Abkürzung. Die eigentliche Frage lautet: Welches soll ich nehmen, damit es funktioniert? Und die ehrliche Antwort ist unbequem, weil sie die Frage auflöst statt sie zu beantworten.

Es gibt bei Maca kein Produkt, das nachweislich besser wirkt als ein anderes, weil es keine Vergleichsstudien zwischen Produkten gibt und weil selbst zwischen den drei Farben kein Direktvergleich am Menschen existiert, wie der Sortenvergleich zeigt. Unterschiede gibt es bei Reinheit, Menge und Verarbeitung, und die stehen auf der Packung, nicht in einer Rangliste.

Praktisch heißt das: Ein günstiges, reines, gelatiniertes Pulver aus benannter Herkunft mit einer Tagesportion im untersuchten Bereich ist die Variante, die am nächsten an dem liegt, was überhaupt geprüft wurde. Alles Teurere kauft Seltenheit, Konzentration oder Verpackung, nicht nachgewiesene Wirkung.

Was Siegel auf der Packung bedeuten

Ein Bio-Siegel sagt etwas über die Anbauweise und deckt Pestizide ab. Es sagt nichts über Schwermetalle, denn die stammen aus dem Boden und nicht aus der Behandlung. Gerade bei einer Knolle ist das ein relevanter Unterschied.

Siegel mit Namen wie „geprüfte Qualität“ oder „Nr. 1“ stammen häufig von Marketingagenturen und werden gegen Gebühr vergeben. Ein Hinweis auf ein Warentest-Urteil auf einer Maca-Packung wäre dagegen ein Alarmzeichen, denn es gibt kein solches Urteil zu Maca.

Am aussagekräftigsten ist etwas, das kein Siegel ist: ein Hersteller, der auf Anfrage eine Analyse herausgibt. Wer das ohne Umschweife tut, sagt damit mehr über seine Sorgfält als jedes Logo.

Was ein echter Test kosten würde

Um zu verstehen, warum die Portale keine Labore beauftragen, hilft ein Blick auf die Größenordnung. Eine Analyse auf Schwermetalle, Pestizidrückstände und mikrobiologische Belastung kostet pro Probe einen dreistelligen Betrag. Bei zwanzig Produkten und mehreren Parametern kommt schnell ein vierstelliger Betrag zusammen, und das für eine einzige Momentaufnahme.

Ein seriöser Test müsste darüber hinaus mehrere Chargen desselben Produkts prüfen, denn eine Knolle nimmt auf, was im Boden ist, und der Boden unterscheidet sich von Feld zu Feld und von Jahr zu Jahr. Ein einzelnes gutes Ergebnis sagt deshalb wenig über die nächste Lieferung.

Genau daran scheitert die Idee vom Testsieger bei Nahrungsergänzungsmitteln grundsätzlich. Selbst ein sauber durchgeführter Test wäre ein Bild einer Charge zu einem Zeitpunkt. Chargenbezogene Analysen des Herstellers sind deshalb aussagekräftiger als jedes einmalige Testurteil, und sie sind das Einzige, worauf du beim Kauf wirklich achten kannst.

Warum wir kein Produkt empfehlen

Diese Seite listet keine Produkte und verlinkt keine Shops. Das ist eine bewusste Entscheidung, keine Lücke. Sobald eine Empfehlung mit einer Provision verknüpft ist, entsteht dasselbe Interessenproblem, das die Portale oben haben, und das Urteil wird wertlos.

Dazu kommt ein inhaltlicher Grund: Bei einer Substanz, deren bestbelegter Effekt in Fragebogenwerten kleiner Studien liegt, wäre ein „bestes Produkt“ ohnehin die falsche Frage. Sinnvoller ist die Frage, ob du es überhaupt probieren willst, und dazu findest du die Grundlagen in der Endpunkt-Übersicht zu Maca.

Gibt es einen Maca-Testsieger der Stiftung Warentest?

Nein. Stiftung Warentest hat nie Maca-Produkte im Labor geprüft und verglichen. Veröffentlicht wurde 2007 eine Einordnung einer Risikobewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung, die die Datenbasis als zu dünn für Aussagen bezeichnet. Ein Testsieger existiert nicht.

Was ist ein Vergleichssieger?

Eine redaktionelle Rangfolge auf einem Portal, das an Verkäufen mitverdient. Grundlage sind meist Produktbeschreibungen und Kundenbewertungen, kein Labor. Der Begriff ist nicht geschützt und sagt nichts über Reinheit, Gehalt oder Qualität aus.

Woran erkenne ich eine getarnte Verkaufsseite?

Daran, dass es keine Verlierer gibt. Jedes gelistete Produkt hat einen Kaufknopf, keines schneidet schlecht ab. Ein echter Test hat Produkte, die durchfallen: Als Stiftung Warentest 2023 siebzehn Nahrungsergänzungsmittel für Männer prüfte, fiel die gesamte Auswahl durch.

Welche Angaben auf der Packung sagen wirklich etwas aus?

Die Menge pro Tagesportion in Gramm, ob Pulver oder Extrakt mit Verhältnisangabe, die konkret benannte Herkunft, chargenbezogene Laboranalysen auf Schwermetalle und Pestizide sowie eine kurze Zutatenliste ohne zehn Beigaben.

Sagt ein Bio-Siegel etwas über Schwermetalle aus?

Nein. Ein Bio-Siegel betrifft die Anbauweise und deckt Pestizide ab. Schwermetalle stammen aus dem Boden und nicht aus der Behandlung, deshalb ist beides nicht dasselbe. Bei einer Knolle ist dieser Unterschied besonders relevant.

  1. Stiftung Warentest. Anden-Ginseng Maca: Potenziell gesehen. Meldung ansehen
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Bewertungen zu Pflanzen und pflanzlichen Zubereitungen in Lebensmitteln. Behördenseite ansehen
  3. Verbraucherzentrale. Kudzu, Schlafbeere, Maca: Riskante Pflanzen in Nahrungsergänzungsmitteln. Marktcheck ansehen
  4. Shin, B. C. et al. (2010). Maca (L. meyenii) for improving sexual function: a systematic review. BMC Complement Altern Med 10:44. Übersichtsarbeit ansehen
  5. Wang, S., Zhu, F. (2019). Chemical composition and health effects of maca (Lepidium meyenii). Food Chem 288:422–443. Übersichtsarbeit ansehen

Über den Autor

Rainer Lang

Herausgeber von tongkatali.de · Bachelor of Business Administration

Rainer Lang ist seit über 25 Jahren aktiver Kraftsportathlet und testet ebenso lange Nahrungsergänzungsmittel am eigenen Körper. Nichts auf dieser Seite ersetzt eine ärztliche Beratung.

Für tongkatali.de liest er die Originalstudien sowie die Bewertungen von EFSA, BfR und EMA. Mehr über den Autor und die Arbeitsweise.

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